Die Strickerinnen aus dem Emmental

Im Emmental hat sich eine Kulturtechnik erhalten, von der ich annahm, dass sie eines Tages aussterben wird. Weil ich sie nicht mochte. Sie hat aber überlebt. Auch Dank einem dänischen Import.

Weiterlesen

Advertisements

Kirschblüte in der Schweiz

Es blüht und grünt. Es ist Frühling. Oft wird nun besonders traurig, wer einsam ist oder nicht das Glück hat, gerade verliebt zu sein. Denn jetzt werden Kummer und Leid, Einsamkeit und Verluste spürbarer. Man sollte sich daher etwas Gutes tun und sich viel bewegen. Das heisst nicht, dass man gleich bis Japan wandern muss. Dort markiert die Zeit der Kirschblüte den Beginn des Frühlings. Die Kirschblüte ist ein Höhepunkt im japanischen Kalenderjahr und womöglich eines der wichtigsten Symbole in der japanischen Kultur. Die zarten Blüten stehen für Schönheit, für Vergänglichkeit, für Aufbruch. Die an den Bäumen hängenden Blütenbüschel bezaubern jedes Jahr aufs Neue.

Um sich an dieser alljährlichen Erscheinung zu erfreuen, muss man also keinen Flug nach Japan buchen und eine strapaziöse Reise in eine fremde Kultur auf sich nehmen.

Auch die Schweiz hat ihre Kirschblüte. Denn wie immer gilt hier das Sprichwort, dass das Schöne oft ganz in der Nähe liegt und man nicht zu weit weg suchen muss. Es reicht nämlich, einfach ins Baselbiet, also in den Kanton Baselland zu fahren und einen Abstecher in den Kanton Solothurn zu machen. Der Kanton Solothurn, der von der Form her auf der Landkarte so ziemlich chaotisch aussieht, so dass man nie genau weiss, was zu ihm gehört und was nicht.

Wer den kurzen, steilen Weg auf die Sissacherfluh im Baselbiet nicht scheut, hat von hier oben einen herrlichen Blick ins vor ihm liegende Tal. An den Hängen unter ihm die Kirschbaumplantagen in zartem Weiss, dazwischen Zwetschgenbäume, Reben und einzelne Höfe. Oder er fährt nach Nuglar und St. Pantaleon. Die beiden Orte gehören zum Kanton Solothurn. Eine Wanderung, auf dem so genannten Chirsiweg, (Kirschenweg) durch die beiden Dörfer gehört zum Schönsten, was die Region zu bieten hat. Tausende Kirschbäume blühen hier in einer prächtigen Landschaft und laden zum Verweilen ein.

Auch das Hochplateau von Gempen mit dem Restaurant Schönmatt und dem kleinen Weiler Stollen ist ein Abstecher wert. Diese Ecke gehört ebenfalls zum Kanton Solothurn, weil die Kantonsgrenzen hier scheinbar willkürlich im Zickzack verlaufen. Der Kanton trägt viel zur Erhaltung der oft bis 150 Jahre alten Kirschbäume bei. Alle genannten Orte liegen dicht beieinander und können an einem einzigen Tag besucht werden. Man muss sich morgens nur rechtzeitig aufmachen.

Manchmal begegnet man Landsleuten, die weit gereist sind. Ja, sie haben Japan besucht und die Kirschblüte dort gesehen. Sie haben auch die Pyramiden angeschaut, die Pagoden in Thailand, die Chinesische Mauer, den Amazonas und haben in Indien die Paläste der Maharadschas bewundert. Aber – sie wissen nicht, dass es daheim in der Schweiz einen Ort namens Nuglar gibt, wo die Kirschblüte genau so wundervoll wie in Japan ist.

Das ist das geniale an Gottes Schöpfung. Jedes Land, jeder Kontinent hat seine Naturwunder, seine unverwechselbaren Schönheiten, die sozusagen vor der Haustüre liegen. Für die, die nicht gerne weit reisen und für die, die nicht reisen können.

Das kann eine herrliche Wiese sein, ein Fluss, ein Aussichtspunkt, ein Wald, ein Berg, eine pittoreske Altstadt. Es kann ein niedliches Café sein, ein altes Schloss, ein Grillplatz, ein lauschiges Plätzchen im Garten.

Schönheit ist überall. In Blumen, Gräsern, Kirschblüten und nicht zuletzt im Menschen. Man muss sie nur sehen wollen.

Stress mit Valentin

fullsizerender

Wo man auch hinsieht, überall die Farbe ROT. Es wimmelt nur so von Herzen und roten Rosen. Valentinsblumen, Valentinskuchen, Valentinsherzen, Valentinsschmuck, Valentinsringe, Valentinskarten.
Weiterlesen

Tommys Geschenk

Das Geschenk

Es war ganz einfach furchtbar.

Es war Heilig Abend und Tommy hatte immer noch kein Geschenk für Mama und Papa. Ihm war einfach nichts eingefallen. Er konnte nicht gut basteln und zeichnen, das war nicht sein Ding. Und sein Taschengeld hatte er schon ausgegeben. Was davon übrig war, war so mickrig, das reichte vielleicht noch für einen Kaugummi.

Tommy hatte für seine kleine Schwester ein Bilderbuch gekauft, für Oma und Opa eine Kerze und für seinen Paten ein Glas Honig. Die Mama hatte ihm beim Einpacken geholfen. Als sie damit fertig waren, fiel ihm ein, dass er kein Geschenk für die Eltern hatte.

Ihm wurde ganz komisch. Was sollte er bloss tun?

Er dachte nach. Ob es etwas gab, das er verkaufen könnte? Seinen Scooter vielleicht? Nein, das ging nicht, den hatte ihm sein Pate erst im Herbst zum Geburtstag geschenkt. Oder vielleicht seinen grossen Teddy? Aber das ging auch nicht. Seine kleine Schwester hatte dem Teddy mit der Schere am Rücken etwas vom Fell abgezwickt. Den wollte bestimmt keiner haben. Ob er Mickey verkaufen sollte? Seinen Hamster? Aber das ging auch nicht, der gehörte zur Hälfte dem Schwesterlein.

Tommy war ratlos. Ob er Oma um Rat fragen sollte?

Er überlegte weiter und öffnete den Bastelschrank im Esszimmer. Vielleicht gab es da ja etwas, woraus er irgendein Geschenk basteln konnte. Er fand Stifte, buntes Papier, Kleber, Filz, Kerzen, Bänder, Malfarben, Karton, Bast, Glasperlen, aber nichts wollte ihm gefallen.

Enttäuscht ging er in den Keller, und sah sich hier um. Da standen Mineralwasser und Bier. Die Skier lehnten an eine Wand. Ein Schlitten stand da. Und da war auch ein grosser, leerer und sehr stabiler Karton.

Und plötzlich hatte Tommy eine Idee.

Mama bügelte noch kurz im Bügelzimmer Papas Hemden für die Feiertage, der Papa schmückte den Baum, und Mia spielte mit den Legosteinen. Unbemerkt von den andern holte Tommy das rote Geschenkband im Bastelzimmer und nahm sich Schere und Kleber.

Als es Abend wurde, setzte sich die Familie mit Grosseltern und Paten um den Baum. Mama spielte auf dem Klavier. Sie sangen «Oh du fröhliche» und «Stille Nacht» und «Ihr Kinderlein kommet», und der Papa las mit seiner tiefen Stimme, die wie die vom Nikolaus klang, aus der dicken, schönen Bibel mit den tollen Bildern die Weihnachtsgeschichte vor. Gespannt lauschte Tommy, sah vor seinem Auge das Jesuskind auf Stroh in einer Krippe, die erschrockenen Hirten und die singenden Engel.

Das gefiel ihm, er hätte auch gerne einmal einen Engel getroffen. Denn Mama hatte ihm schon oft versichert, dass es die gab und sie den Menschen gut gesinnt seien, und sie die Kinder beschützten.

Als sie mit Singen und Lesen fertig waren, verteilten die Eltern, Grosseltern und Paten, Onkel und Tanten die Geschenke. Mia war noch zu klein um Geschenke zu machen. Bevor jemand fragen konnte, ob Tommy auch etwas für die Eltern hatte, rief er:
«Ich habe auch noch ein Geschenk für Mama und Papa. Aber es war zu gross und zu schwer, um es unter den Baum zu legen. Es ist im Keller. Ihr müsst jetzt fünf Minuten warten, und dann herunterkommen und es euch ansehen und aufmachen!»

Tommy sauste davon und besagte fünf Minuten später stieg die ganze Familie hinunter in den Keller. Gespannt stiessen sie die Kellertüre auf. Dort fanden sie ein grosses Paket mit einer riesigen, roten Schleife drauf.

Von Tommy aber fehlte jede Spur.

Verwundert sahen sie sich um.
Der Vater rüttelte an dem Karton, aber er schien ihm schwer zu sein. Während die Mama nach Tommy rief, merkte der Papa, dass die Schleife auf den Deckelhälften des Kartons angeklebt war und man die Schachtel leicht aufmachen konnte.

Also hob er die Deckteile hoch und guckte in den Karton. Hier erblickte er einen lachenden Tommy, der auch eine grosse, rote Schleife um den Hals gebunden hatte.

Verdutzt guckten alle auf Tommy und der Papa sagte: «Öh…!»

Tommy erblickte lauter fragende Gesichter. Enttäuschung überfiel ihn augenblicklich, er schlug die Hände vor die Augen und fing bitterlich an zu weinen.

Da holte ihn der Papa aus der Schachtel und drückte ihn an sich.

«Was ist denn los, mein Junge, was tust du da?»

Schluchzend und schniefend stotterte Tommy, er habe kein Taschengeld mehr gehabt für ein Geschenk für Mama und Papa. Aber da Mama und Oma doch immer sagten, dass Kinder das allergrösste Geschenk des Himmels seien, hätte er gedacht, er könnte sich ja selbst einpacken und so Mama und Papa sich selbst schenken. Und nun gefalle ihnen das gar nicht und keiner freue sich über ihn.

«Ach Tommy, das ist nicht wahr, wir sind nur überrascht, weil wir nicht mit so etwas gerechnet haben! Das war eine tolle Idee von dir und das großartigste Geschenk, das wir jemals erhalten haben!» Die Mama drückte ihn innig an sich und trocknete seine Tränen. Verstohlen wischten sich die Grosseltern die Augen und die Onkel und Tanten lächelten.

Dann trugen sie den Jungen hoch ins Wohnzimmer.

Sie befreiten ihn von der würgenden Schleife und versicherten ihm, das sei das wunderbarste Geschenk, dass sie jemals zu sehen bekommen hätten.

Etwa eine Stunde später klingelte das Telefon.

Mama ging an den Apparat. Der Onkel aus Kanada rief an, um allen frohe Weihnachten zu wünschen. Zur Mama sagte er: «Na, Sabine, hast du viele Geschenke erhalten?»

Und so hörte die Familie, wie die Mama am Telefon voller Begeisterung zu ihrem Bruder sagte: «Ja Mike, du glaubst es nicht, aber ICH HABE EIN KIND BEKOMMEN!»

© Tommys Geschenk by Marianne Helena Plüss 2016
Bildnachweis: Marianne Helena Plüss

Die Geschichte zum Ausdrucken und zum Vorlesen:
tommys-geschenk

Weihnachtsgeschichten von Marianne Helena Plüss und René Schurtenberger:
Link zum Verlag

Und wer noch nicht genug Weihnachtsgeschichten hat:
DER Blog für Mütter, Mamas, Omas – mit einer Weihnachtsgschichte: «Die Schuld des Weihnachtsbratens»

Behalt es nicht für dich!

dsc05929

Keine Weihnachtsgeschichte

Weihnachten – wenn wir den Begriff hören, denken wir dann an das Ereignis, das vor zweitausend Jahren in Bethlehem geschah? Oder – haben wir es wie so viele andere auch, schlicht vergessen oder verdrängt? Einfach deshalb, weil es viel zu unglaublich klingt, um wahr zu sein?

Wunder sind unfassbare Begebenheiten.

So nennt man dem menschlichen Geist nicht erklärbare oder unglaubliche Ereignisse «Wunder». Weil wir uns wundern, verwundern, und die dem Menschen vernünftig erscheinende Erklärung fehlt.

Ein Wunder geschieht, wenn Unmögliches möglich wird, wenn in grösster Not, Angst und Hoffnungslosigkeit etwas passiert, mit dem man niemals mehr gerechnet hat. Es ist ein Wunder, wenn Dinge geschehen, die zeitlich so perfekt passten, wie sie menschlich gesehen so niemals planbar und organisierbar gewesen wären.

dsc05901

Unter einem Wunder verstehe ich also ein ganz besonderes Ereignis in Zeit oder Raum oder beidem zusammen, das meinem menschlichen Verstand, den allgemein üblichen Erfahrungen die wir Menschen machen, der allgemeinen Vernunft, dem üblichen Verständnis und den gegebenen Gesetzlichkeiten von Geschichte, unseren Erfahrungen und der Natur scheinbar oder dann tatsächlich ganz entgegen stehen.

Wir denken beim Wort «Weihnachten» oft zuerst einmal an Besinnung, Geborgenheit, Freude und Frieden. Wir sehen in Gedanken den Weihnachtsbaum, traumhafte Winterlandschaften und hören das Gebimmel der Glocken vom Pferdeschlitten. Wir freuen uns auf Geschenke, die Familie, das gemütliche Zusammensein in der warmen Stube und auf das gute Essen. Wir sitzen zusammen, singen, musizieren und lesen unseren Lieben die Weihnachtsgeschichte und andere schöne Geschichten vor. Das Wunder von Weihnachten aber, das der Welt Frieden und Liebe, Vergebung, Freude, und ewiges Leben bringt und bringen will, scheint aktuell vielen nichts mehr zu bedeuten. Das ist ein herber Verlust. Das Wissen und Kennen der Weihnachtsbotschaft, die uns Menschen geschenkt wurde, hat einen Einfluss auf ein Volk. Dieses wunderbare Ereignis wirkt sich auf das Verhalten, die Sozialkompetenz, die Empathie, die Fürsorge für andere, kurz, auf alle Charaktereigenschaften und Tugenden aus. Seien dies nun Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Höflichkeit, Respekt, Anstand, Fleiss, Achtsamkeit, Sorgfalt und Verantwortungsgefühl.

Für viele Menschen sieht die Realität aktuell hingegen ganz anders aus.

Denn ein Jahr mit vielen Terroranschlägen, Konflikten, Kriegen und unglaublich grausamen und verstörenden Pressebildern liegt bald hinter uns. Zahllos die Menschen, die unter absolut unwürdigen Bedingungen leben müssen. Obdachlos, verfolgt, beraubt, ausgebeutet, vergewaltigt, gefoltert, versklavt, krank, hungrig, frierend, völlig verarmt, auf der Flucht. Hunderte, Tausende, Millionen sind es. Ihre Menge ist unzählbar und unüberschaubar geworden. Die Hälfte der Betroffenen sind Kinder. Kinder! Sie alle sind Opfer von grenzenlosen Radikalismus, von erschütternder Arroganz, Selbstherrlichkeit, Terror, Egoismus, Hab-und Raffgier, Neid, Brutalität, Hass und Lieblosigkeit eines unvorstellbaren Ausmasses geworden. Sie sind Opfer von Tätern, die nicht wissen, was sie wirklich tun. Opfer von Menschen, die es nicht wissen wollen und meinen, das Richtige zu tun, das Recht dazu zu haben, andere zu zerstören und die nicht wissen, was «Weihnachten» ist, dass es «Weihnachten» gibt.

Krieg, Elend, Terror dominieren die Nachrichten

Immer mehr Menschen schalten Radio und TV aus, klicken die Nachrichten weg, weil sie es nicht mehr ertragen. Ohnmächtig muss man zusehen, wie die Regierungen sich nicht einigen können und es mit Hilfe harzt. Keiner will sich die Finger verbrennen, eigene Soldaten opfern, Kosten verursachen. Man sieht zu, wie Diplomaten und Regierungschefs am schicken Tisch im edlen Raum, mit teuren Blumen und Premium-Mineralwasser versuchen, zuerst ihre eigenen Interessen möglichst gut zu vertreten, während zeitgleich auf den Schlachtfeldern und in schmutzigen Camps Menschen darben und am Laufband sterben. Ohne Hoffnung auf Hilfe, ohne Zukunft, ohne Perspektiven. Immer geht es dabei um Macht, Landbesitz, Ansprüche, um Öl, um Geschäfte, kurz zusammengefasst, um Geld. Dazu beim eigenen Volk nicht in Misskredit zu geraten, die Ausgaben im Griff zu halten und nicht den Tod von eigenen Landsleuten verantworten zu müssen, um die eigene Wiederwahl nicht zu gefährden. Man sieht voller Furcht tatenlos zu, wie Grausamkeit und Barbarei grassieren und niemand greift zugunsten von Verfolgten ein. Die eigene Haut ist kostbar, die Angst, das Richtige zu tun, das vielleicht dann doch falsch sein könnte, lähmt. Und so leben wir inmitten einer angstvollen auf der einen und barbarischen Weltgemeinschaft auf der andern Seite, die langsam aus den Fugen gerät. Resignation, Angst und Hoffnungslosigkeit machen sich breit…

dsc03564

Es scheint, dass der hiesige Normalbürger wenig tun kann. Er kann beten und hoffen. Er kann mit Spenden etwas vom Überfluss abgeben und Hilfswerke unterstützen. Er kann Regierungen und Politiker anschreiben und auf Social Media protestieren. Angesichts der unglaublichen Not scheint aber alles was man tut, schlichtweg nutzlos, und sämtliche fromme, beruhigende und tröstende Floskeln sind gefühlt nichts als hohle Worte.

Die gesamte Menschheit hat furchtbare Zeiten hinter sich.

Die Welt hat nichts gelernt. Trotz genialer, vorher nie da gewesener Errungenschaften. Eine Blutspur zieht sich von einer Generation zur andern. Mächtige, blutrünstige Herrscher kamen und gingen. Völker wurden ausgerottet und unterjocht. Die Menschheit ist und bleibt lernresistent, und man wundert sich, dass sie sich noch nicht selbst ausgelöscht hat.

Das Wissen um diese Tatsache hat wohl Martin Luther (1483-1546) dazu verleitet, zu sagen: «Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.»

Was würde geschehen, wenn viel mehr Menschen erfassen würden, was es heisst, den Sinn von Weihnachten im Herzen zu haben? Würden dann nicht viel mehr Apfelbäume gepflanzt? Würden dann nicht mehr Menschen gerettet und mit mehr Respekt behandelt werden? Würde nicht viel mehr Kindern geholfen werden, und würde nicht viel mehr Gutes getan werden? Würde es nicht weniger Eigennutz, Egoismus, Gewalt, Brutalität, Gier, Neid, Eifersucht und Hass geben? Würden nicht viel mehr Menschen begreifen, dass Schlechtigkeit furchtbare Folgen hat? Und dass jeder Mensch ein Recht auf Zukunft hat?

Wer also weiss, was die Geburt Jesu in diesem armseligen Stall damals in Bethlehem bedeutet, soll sich nicht schämen, die beste Botschaft aller Zeiten von der Geburt Jesu weiterzugeben.

Wie kann man für sich behalten, dass es in dunkelsten Zeiten Hoffnung, Frieden, Vergebung und einen Neuanfang gibt?

Wir sollten fröhlich, stolz und mit Freude davon zeugen, was die Weihnachtsgeschichte in unserem eigenen Leben Gutes ausgelöst hat, welche Wunder uns widerfahren sind, und welche besonderen Führungen wir erlebt haben.

Wer einen Baum ausreisst, hat nichts mehr von ihm. Es bleibt ein Loch zurück. Seine Blüten erfreuen im Frühling nicht mehr. Bienen finden keinen Nektar mehr. Er kann keinen Schatten mehr spenden. Man zersägt ihn, und verbrennt das Holz. Es bleibt nur staubige Asche.

Wo aber ein Baum gepflanzt wird, da pflanzt man etwas für die Zukunft. Denn eines Tages wird er herrliche Blüten und reiche Frucht tragen.

Frohe Weihnachten, Frieden und Gottes Segen!

Draufklicken, ausdrucken, lesen und vorlesen. Die besten News, die es jemals gab!
pdf-die-geburt-jesu

2016-07-18-21-37-03

Trooping the Colour

dsc05588

Trooping the Colour – dieser Begriff wird jetzt hier zweckentfremdet. So nennt sich die jährliche Militärparade im Juni zu Ehren des Geburtstages des amtierenden britischen Monarchen. Der Ursprung dieser Zeremonie liegt im Brauch des täglichen Vorbeitragens (Trooping) und Zeigen der Regimentsfahnen (Colours) für die Soldaten. Denn diese sollten die bunten Fahnen kennenlernen, sehen und im Kampf wiedererkennen.

dsc05531

Auch der Herbst macht so etwas wie eine Parade und zieht an uns mit Farbenpracht vorbei, bevor der Winter das Land ganz in seine Gewalt nimmt.

dsc05585

Wer jetzt an sonnigen Tagen nicht hinausgeht, ist selber schuld. Die letzten intensiven Sonnenstrahlen und die letzte Wärme noch richtig reinziehen, das ist ein Muss.

dsc05557

Sprachgeschichtlich hat das Wort «Herbst» den gleichen Ursprung wie das englische Wort «harvest» (Ernte(zeit). Diese Bedeutung, die durch die naturgegebenen Umstände des Ernten im Herbst gegeben war, blieb im englischen Sprachraum erhalten. Im Deutschen hingegen verschob es sich zur allgemeinen Bezeichnung der Jahreszeit hin.

dsc05313

Herbst und Ernte hängen zusammen. Wer im Herbst die Ernte nicht einbrachte, der hatte im Winter nichts zu essen. Hungersnöte waren vor unserer Zeit mit den heutigen Möglichkeiten auch in hiesigen Breitengraden häufig. Wer faul war, hatte in Notzeiten erst recht nichts zu beissen.

dsc05302

Meine Mutter besass einen grossen Gemüsegarten. Hinzu kam in der Nähe des Hofes ein Stück Land, das jedes Jahr an einem neuen Platz für weiteres Gemüse bereit gemacht wurde.

dsc05265

Das nannte man den „Köchplätz“ oder die „Pflanzung“. Hier säte und pflanzte man alles, was eine Grossfamilie brauchte. Bohnen, Kohl, Wirsing, Kürbis, Lauch, Sellerie, Karotten, Kopfsalat, Rapunzel, Schnittmangold, Rüben, Tomaten, Blumen- und Rosenkohl, Spinat, Brokkoli, Radieschen, Lattich, Rettich und rote Beete.

dsc05275

Petersilie, Schnittlauch, Dill, Wermut, Kamille, Rosmarin und Thymian, Liebstöckel und Majoran, Pfefferminze und Zitronenmelisse gehörten auch dazu. Etwas fürs Auge durfte nicht fehlen – ein Beet mit Dahlien, Zinnien, Salvien, Studentenblumen, Kosmeen, Rosen und Sonnenblumen.

dsc05276

War alles reif und ausgewachsen, begann die Erntezeit. Getreide und Kartoffeln wurden eingebracht, und die vielen Obstbäume bescherten meistens reiche Ernte. Dann wurde eingeweckt, Marmelade eingekocht und als es moderner wurde, vieles tiefgekühlt.

dsc05528

Wenn dann alles geschafft war, spazierte meine Mutter zufrieden durch Keller und Vorratsräume. Sie strich über die sorgsam beschrifteten Einweckgläser mit Birnen, Zwetschgen, Pflaumen und Kirschen. Sie prüfte die vollen Truhen mit getrockneten Kräutern, die Stoffsäcke aus Halbleinen mit gedörrten Kirschen, Bohnen, Apfel- und Birnenschnitzen. Alles musste vor Schimmel und Mäusen geschützt werden. Sie freute sich an dem eingekellerten Gemüse, das sie alles in Sand eingebuddelt hatte, damit es lange frisch blieb.

dsc01858

Unsere Mutter begutachtete die Lageräpfel und überlegte, ob der Vorrat bis zur Heuernte und bis die ersten Kirschen reif waren, reichen würde. Sie kontrollierte das frisch angesetzte Sauerkraut, die Marmeladegläser und dabei las sie die Etiketten: «Himbeeren, Johannisbeeren, Rhabarber mit Erdbeeren, Kirschen, Brombeeren». War sie fertig, seufzte sie tief. Sie hatte schwer gearbeitet, oft bis tief in die Nacht, und hier waren die Früchte ihrer Arbeit zu sehen. Dann sagte sie jeweils: «So, der Winter kann kommen!»

Das löste bei uns Kindern immer ein Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit aus. Mutti hatte vorgesorgt. Uns konnte nichts passieren. Wir hatten genug, bis wieder etwas wachsen würde.

Mit den Erntehelfern dann Erntedank zu feiern und mit ihnen zu teilen, das war stets krönender Abschluss eines arbeitsintensives Sommers.

Denn man war reich beschenkt worden, von dem, der es hatte wachsen lassen.
Heute hingegen geht man rasch zum Discounter, und hat von nichts mehr eine Ahnung.

Herbst – schöne, goldene Zeit, voller herrlicher Erinnerungen!

dsc02109

Ereignisreiche Sommertage

DSC04752

Endlich Urlaub. Anstrengende Monate liegen hinter einem. Im Urlaub erwartet man deshalb, dass man jetzt das nachholen kann, was man im Alltag ständig meint zu verpassen: Das Leben an sich, Erholung, Komfort, Abenteuer, tolle Begegnungen.

DSC04763

Landschaft in Südbaden

Die Erwartungen sind gross. Die Tendenz, für möglichst wenig Geld viel kriegen zu wollen, hat von uns allen Besitz ergriffen. Das Luxushotel zum Schnäppchenpreis. Es muss für einen selbst stimmen. Ob es für die Anbieter, die Hotels und die Gastgeber (so noch) stimmt, darüber macht sich der Gast meist keine Gedanken.

DSC04701

Nr. 10, aber nicht Downing Street…

Es ist eine Haltung, die uns vergessen lässt, dass Menschen vom Tourismus leben und sie in vielen Teilen dieser Erde sonst kaum Verdienstmöglichkeiten haben. Wenn eine Bekannte von mir einen Flug nach Berlin für nur noch neun Euro ergattert wie sie mir stolz erzählte, dann muss man sich schon fragen, was hier falsch läuft.

DSC04758

Man muss auch nicht immer meilenweit reisen, um etwas zu erleben. Sehenswertes liegt oft näher als man meint.

DSC04707

Seltsamer Baum in Schönau

Es gibt ihn, den perfekten Urlaub, aber damit rechnen sollte man nicht. Man müsste also ein wenig locker bleiben. Lockerer als ich es letzthin war. Denn so lange keine wirklichen Tragödien passieren, ist es nicht weiter schlimm, wenn nicht alles so ist wie daheim.

IMG_1268

Sehenswert: Erdmannshöhle in Hasel

Wer alles so haben will wie zuhause, der muss erst gar nicht wegfahren. Denn das sind die allerschlimmsten Gäste – nämlich die, die über alles meckern, weil im eigenen Land vermeintlich alles besser, billiger und sauberer ist. Ach Leute, warum fahrt ihr dann weg, wenn es anderswo sowieso einfach nur, entschuldigt den Ausdruck, Scheisse ist?

DSC04712

Kirche von Schönau

Es gibt tausend Dinge, die den Urlaub erlebnisreich machen können. Tolle Landschaften, fantastisches Wetter, neue Bekanntschaften, leckeres, bisher unbekanntes Essen. Ein verspäteter Flug, Stau ohne Ende. Eine Magenverstimmung, Insektenstiche, Unfälle, Sonnenbrand, Liebeskummer, Streit, rüpelhafte Gäste ohne jegliches Benehmen, Dauerregen.

DSC04824

Getreidefeld bei Grafenhausen

Oder dann vielleicht eine Buchung, die nicht das hält, was sie versprochen hat? Ich habe da dieses „Comfort-Zimmer“ mit Minibar, Balkon und Whirlpool in einem tollen Hotel ganz kurzfristig gebucht, weil ich es mit dem Rücken habe. Minibar und Balkon helfen zwar nicht unbedingt gegen Rückenschmerzen, aber wären eigentlich ganz nett. Es wurde halt online so angeboten. Aber der Whirlpool! Ich stellte es mir so richtig schön vor, wie ich mich abends nach den Wanderungen von den Wasserdüsen herrlich weich und glücklich kneten lassen würde. Mühevoll und verspannt hinein krabbeln, um danach dem Pool leicht und schwebend wie eine verjüngte Elfe zu entsteigen.

Aber aus dem elfenhaften Schweben wurde nichts. Weder gab es eine Minibar noch einen Balkon und auch keinen Whirlpool. Was es gab, war ein Zimmer unter dem Dach mit einem Bett in der Form eines Segelschiffes, inklusive Möwen und Rettungsring. Es war stickig und heiss, und das Zimmer trug den klangvollen Namen «Segel(t)raum». Es wehte auch nicht die leichteste Brise, was zumindest eine ruhige See verhiess.

IMG_9634

Schiff oder Bett?

Den Traum von einem Raum fand ich persönlich aber ein Alptraum. Ich stand völlig perplex vor der unerwarteten Form des Bettes, und nichts hätte mich in dieses Boot gebracht. Sämtliche Überredungskünste meines Reisebegleiters fruchteten nichts. Weder wollte ich mit einem Seemann ins Bett noch hatte ich Lust auf einen Matrosen und eine Dekoration, mit der ich einfach hier nicht gerechnet hatte. Ich kam mir absolut blöd vor. Es war nichts für Leute wie mich, die beim blossen Gedanken an die Titanic seekrank werden. Ich fürchtete auch, im Halbschlaf mit dem Kopf gegen den Grossbaum zu knallen. Denn fremde Betten sind oft nicht nur eher unbequem, sondern häufig auch Fallen. Die Nachttischlampe wirft man runter, weil sie anderswo steht. Da man unbedacht andersrum schläft als daheim, schlägt man zudem irgendwann mitten in der Nacht auf dem harten Boden auf, weil der Bettrand auf der falschen Seite ist. Und deshalb, ja deshalb haut man auch gegen die Wand anstatt auf den schnarchenden Ehemann.

In einem normal geformten, fremden Bett hat man also so schon genug Stress mit Orientierung und Schlafsicherheit. Schlafen inmitten von Segel, Mast und Rettungsring, das passte also jetzt einfach irgendwie nicht. Das ging über meine aktuellen mentalen Kräfte. Ausserdem, was ist, wenn das Schiffs-Bett oder Bett-Schiff nachts kentert? Würden wir dann auf dem blauen Bodenbelag ertrinken? Nein, und nochmals nein. Es gelang mir nicht, locker zu bleiben…

2016-08-02 08.17.45

Romantisches Rosenzimmer für Neuvermählte

An der Rezeption versicherte man mir, dass für viele Gäste dieses eingebettete Schiff, dieses eingeschiffte Bett der absolute Komfort darstelle und es doch ausgesprochen witzig sei. Das konnte ich gut verstehen. Ich war aber zu müde für Witziges. Ich wollte einfach bloss ein sicheres Bett haben, kein witziges. Ich war hier im Schwarzwald, nicht an der Nordsee.

Das Segelschiffzimmer durfte ich gegen das nicht unbedingt altersgerechte, weil sehr romantische Rosenzimmer mit der hochmodernen Dusche eintauschen. Duschen ging nur mit Brille, sonst konnte man die Symbole auf den Knöpfen nicht erkennen. Aber das Ganze sah toll und sehr schick aus. Für das Fehlen der Minibar, des Balkons und des Whirlpools erhielt ich eine Preisreduktion. Das fand ich angemessen und sehr sehr anständig, auch wenn ich nicht im Sinn hatte, hier nochmals so eine Art Flitterwochen zu verbringen.

DSC04609

Tolle Dusche – hochmoderne Technik für das Rundum-Programm

Dass das Zimmer mit dem Whirlpool schon besetzt war, war vielleicht ganz gut. Denn etwas später hörten wir ein beängstigendes, sehr lautes Blubbern über uns. Dann ein paar spitze Schreie und danach Totenstille. Fünf Minuten später erneut ein heftiges Blubbern und nochmals Schreie. Und wieder Stille.

DSC04672

Ausblick von der Saigerhöhe

Ob es den Gästen im besagten Zimmer so erging wie uns letztes Jahr, als wir diese sensationelle Übernachtung im Luxushotel mit Whirlpool gewonnen hatten? Denn dieser Whirlpool erwies sich als nicht steuerbar. Die Gebrauchsanweisung war unverständlich und es schien viel komplizierter als das Bedienen eines Smartphones zu sein. Die Düsen machten was sie wollten, und wir setzten beinahe das ganze Luxusbad unter Wasser. Das Personal um Hilfe bitten, das getrauten wir uns nicht. Wir fanden uns nicht mehr schön genug…

DSC04782

Mann, unterwegs gefunden. Ich habe ihn mitgenommen…

Im Urlaub erlebt man also losgelöst vom Alltag immer wieder Verrücktes. Man sieht Ungewohntes, Abenteuerliches. Wenn man sich in einem neuen Umfeld bewegt, fallen einem Dinge auf, die man daheim womöglich gar nicht wahrnehmen würde.

DSC04817

Unerwartet Unanständiges am kleinen Badesee in Grafenhausen

Sehr bewusst zieht man auch die Schönheit der Natur in sich auf, denn jetzt hat man die Zeit dazu. Man kann die Seele baumeln lassen und die prächtige Landschaft so richtig auf sich wirken lassen.

DSC04641

Am Feldsee im Schwarzwald

Man sollte auch unbedingt die regionalen Köstlichkeiten testen und sich ein paar kleine Mitbringsel aussuchen. Die, die man aufessen kann und später weder aufstellen noch abstauben, noch am Zoll deklarieren muss, sind immer noch die besten. Denn eine Kuckucksuhr mag im Schwarzwald inmitten all der dunklen Tannen ja voll cool aussehen, aber ob sie dann daheim zur Ikea-Wohnungseinrichtung passt, kann man aus der Ferne im Augenblick der urlaubshalber eingetretenen Unzurechnungsfähigkeit oft zu wenig abschätzen.

2016-08-02 15.50.32

Lecker zu Vanilleeis – die beschwipsten Pflaumen aus dem Schnapshäusle

Ein Urlaub muss nicht drei lange Wochen dauern, um viel zu erleben. Wie die Bilder hier beweisen, kann man in vier Tagen eine Menge sehen, und das ohne grossen Stress. Wenn dann als krönender Abschluss kurz vor der Ankunft daheim ein Anruf kommt, dass ein Angehöriger im nahen Ausland eine Panne hatte und Hilfe braucht, dann kehrt man einfach wieder um und kommt halt einen halben Tag später zuhause an.

IMG_9744

Krönender Abschluss eines Kurzurlaubs – Pannenhilfe in Weil am Rhein

Ach Leute, wie gut ist es doch, dass die Schweiz so klein ist und das Ausland so nahe liegt. Und es gleich auf der andern Seite der Landesgrenze beginnt…

DSC04773